Wie vererbt man eigentlich Tagesgeldkonten?

Verstirbt ein Kontoinhaber, fließt das Tagesgeldkonto in die Erbmasse automatisch mit ein. Gibt es mehrere Erben, kann das zu einer komplizierten Angelegenheit für alle Seiten werden, insbesondere dann, wenn sich die Erben untereinander nicht einig sind und es zu Streitereien kommt. Da Erbengemeinschaften grundsätzlich nur einstimmig handeln können, kann auch nur durch eine Gegenstimme eine Überweisung blockiert und nicht ausgeführt werden.

Denn laut Gesetzt darf eine Überweisung nur ausgeführt werden, wenn alle Erben auf dem Überweisungsbeleg unterschrieben haben. Da dies aber kaum machbar ist, insbesondere dann wenn die Erben weit auseinanderleben, ist es umso wichtiger schon vor dem Tode zu klären, wer wie über das Geld auf dem Girokonto verfügen darf.
Wie nun am besten gehandelt werden sollte, wenn ein Kontoinhaber verstirbt, sollen die nächsten Schritte aufzeigen:

1.) Kontakt zu Bank herstellen
Wird die Bank über den Tod des Kontoinhabers benachrichtigt, sperrt diese umgehend das Konto und formiert es zu einem Nachlasskonto um. Bereits dann kann nur noch die Erbengemeinschaft darüber verfügen.

2.) Beantragung des Erbscheines
Damit die Bank weiß, wer alles zur Erbengemeinschaft zählt, muss ein sogenannter Erbschein ausgefüllt werden. Dieser ist über ein Nachlassgericht beantragbar und beinhaltet unter anderem namentlich das Ergebnis der Erbenermittlung sowie Verfügungsbeschränkungen. Mit Hilfe des Erbscheines kann nun die Sicherheit im Rechtsverkehr wieder gewährleistet werden. Die Ausstellung kann allerdings bis zu sechs Wochen dauern und es fallen Gebühren an, die sich an der Höhe des Erbes orientieren. Jetzt mit unseren Kreditkartenvergleich die beste Kreditkarte finden.

3.) Und- oder Oder-Konto
Wichtig ist auch, wie das Konto geführt wurde. Handelt es sich um ein Und-Konto, kann die Lebensgefährtin nur mit der Erbengemeinschaft Barauszahlungen oder Überweisungen vornehmen.
Anders ist es bei einem sogenannten Oder-Konto, bei dem die Lebensgefährtin oder Lebensgefährte auch nach dem Tod des Kontoinhabers frei über das Geld auf dem Girokonto verfügen kann. Das ist umso wichtiger, um laufende Kosten, wie die Stromabrechnung oder Reparaturen überhaupt begleichen zu können. Bei einem Oder-Konto wird die Lebensgefährtin oder der Lebensgefährte als Mitinhaber des Kontos eingetragen. Erben können dabei aber einen Widerspruch einlegen oder später einen Ausgleich über das verfügte Geld fordern.

Um die Problematik zu umgehen, sollte der Kontoinhaber bereits zu Lebzeiten mindestens einer Person eine Kontovollmacht ausstellen. Diese Vollmacht kann dabei über den Tod hinaus gelten und so viele Komplikationen ersparen. Alternativ kann ein Notar eine Vorsorgevollmacht erstellen mit der in einer Notsituation oder beim Sterbefall eine Person bevollmächtigt wird Entscheidungen zu treffen. Aber auch hier gilt: Sind einige Miterben mit der Vollmacht nicht einverstanden, können sie ein Widerrufsrecht aussprechen.

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