Fett kann tödlich sein – Fette täuschen dem Immunsystem bakterielle Infektion vor

Fettreiches Essen ist für viele geschmacklich kaum zu übertreffen. Ist das Fett doch ein exzellenter Geschmacksträger, der geschmackliche Nuancen von Lebensmitteln hervorhebt und zur Geltung bringt. Leider ist Fett aber auch ein Kalorienträger, der mit dafür verantwortlich ist, dass fettreiches Essen mit Gewichtszunahme einhergehen kann.

Nicht nur das. Auch Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes und andere werden durch Nahrungsfette begünstigt. Im Zentrum des Verdachtes stehen dabei die durch Cholesterin verursachten Arterienverkalkungen. Das ist allerdings nicht der einzige Weg, wie Nahrungsfette für den Menschen gefährlich werden können. Ein weiterer, bisher wenig beachteter Mechanismus, ist unabhängig von Cholesterin-Ablagerungen und scheint ebenfalls zur Risikoerhöhung für Gefäßerkrankungen beizutragen.

Blutfette können Entzündungen in Gefäßwänden fördern

Wir wissen durch unterschiedliche Forschungsarbeiten, dass Cholesterin ebenso wie die auch als Neutralfette bezeichneten Triglyzeride Entzündungsreaktionen des Körpers auslösen können. Dabei ähneln die durch Triglyzeride ausgelösten Entzündungen immunologischen Abwehrreaktionen, die typisch sind, wenn sich Körperzellen gegen Eindringlinge wie Bakterien und Viren wehren müssen. Das wäre für den Organismus sicher nicht weiter schlimm, wenn es sich um sporadisch auftretende Reaktionen handeln würde. Bei dauerhaft erhöhten Blutfetten wird dem Immunsystem jedoch vorgegaukelt, sich permanent gegen Bakterien oder Viren wehren zu müssen, mit der Folge, dass Entzündungsreaktionen chronifizieren. Genau diese durch Nahrungsfette wie den Triglyzeriden ausgelösten chronischen Entzündungen sind gefährlich und häufig Ursache für Veränderungen an Gefäßwänden, die zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen können. So erklären immunologische Reaktionen auf zellulärer Ebene, wie es zu chronischen Entzündungen und in deren Folge zu teils tödlich verlaufenden Gefäßerkrankungen kommen könnte. Dabei handelt es sich leider nicht um theoretische Überlegungen, die einer Überprüfung in der Praxis nicht Stand halten würden. Wurden die molekular-biologischen Befunde doch durch große epidemiologische Studien bestätigt, in denen Patienten mit chronisch hohen Blutfetten im Vergleich zu Kontrollgruppen ohne erhöhte Triglyzeride ein deutlich höheres Sterberisiko aufwiesen. Fett kann also tödlich sein.

Fazit: Fettreiches Essen führt zu erhöhten Blutfetten und zu Arteriosklerose mit Herzinfarkt und anderen Folgeerkrankungen meint ms-sportversand.de. Cholesterin ebenso wie Neutralfette können zu Entzündungen als Ausgangspunkt von Arteriosklerose beitragen. Das Erkrankungsrisiko kann mit bewusst fettarmer Ernährung reduziert werden.

Quelle: Zewinger, S., Reiser, J., Jankowski, V. et al. Apolipoprotein C3 induces inflammation and organ damage by alternative inflammasome activation. Nat Immunol 21, 30–41 (2020). https://doi.org/10.1038/s41590-019-0548-1